Feedback geben

Feedback geben kann eine ganz schön große Herausforderung sein. Ein Grund sich dem genauer zu widmen.

Es passiert gern und leider zu oft, dass Feedback in umhomöpathischen Dosen mittels des großen Hammers gegeben wird. Etwas euphemistisch dargestellt, kann das als klärendes Gewitter abgetan werden. Es muss aber nicht immer donnern, um jemandem die Meinung zu sagen oder eine Diskussion zu führen und genau das soll dieser Post erläutern.

Was ist Feedback überhaupt? An sich kann man Feedback als eine Form der Rückmeldung verstehen. Eine Rückmeldung über eine Leistung die erbracht wurde (Lehrer geben ihren Schülern zum Beispiel Feedback) oder über ein verhalten das an den tag gelegt wurde und eventuell immer wieder wird (der Ehemann, der zum zehnten Mal die leere Milchtüte wieder in den Kühlschrank gestellt hat).

Ob nun privat oder beruflich, derartige Rückmeldungen sind wichtig und bringen einen Zugewinn an Erkenntnis für alle Beteiligten mit sich. ABER sie bergen auch ein gehöriges Potential an Explosivität. Die soll entschärft werden.

Wie macht man das? Am einfachsten ist es, den Regeln des Feedback-Sandwiches zu folgen. Überlegen Sie sich genau was sie an Kritik oder Rückmeldung geben wollen und läuten Sie dieses mit etwas Positivem ein, bringen dann die Kritik an und leiten Sie schlussendlich das Feedback auch mit etwas Positivem aus. Ein simples BEISPIEL: Ich finde es schön, dass du immer die Lebensmittel zurück in den Kühlschrank räumst. Da wird so schnell nichts schlecht. Dennoch würde ich es schön finden, wenn du die leeren Packungen direkt in den Müll schmeißt. Dann können wir bei unseren Einkäufen in Zukunft imme rbesser berücksichtigen was noch im Haus ist und was nicht und wir haben keine plötzlichen Milchengpässe.  Die gute Konsequenz eines solchen Feedbacks ist die, dass Ihr Partner sich nicht “auf den Schlips” getreten und sich gewertschätzt fühlt. Nur wenn man eine Atmosphäre der Wertschätzung aufbauen kann, kann man gutes und hilfreiches Feedback geben. Alles andere führt zu Reaktanz, d.h. trotzigen Retourkutschen (nun gut, nicht immer, aber immer öfter 🙂 ).

Weitere wichtige Feedback-Regeln:

  1. Bleiben Sie konkret. Vermeiden Sie (All)Gemeinheiten. Wenn Sie Rückmeldungen machen, dann bitte beziehen Sie sich immer konkret auf die Situation. Sätze wie: Du machst das IMMER! sorgen schlicht für Stress beim Feedbackempfänger und provozieren Verteidigungshaltungen.
  2. Mach Sie klar, dass das Feedback IHRE Meinung ist und nicht die Meinung der Allgemeinheit. Es mag sein, dass Sie etwas kritisch betrachten, das ist kein beweis dafür, dass die Allgemeinheit das auch so sieht. Beispiel: Ich empfinde das so und so. Anstatt: Es ist so und so.
  3. Geben Sie Feedback nicht als Strafe, sondern mit dem Ziel der positiven Veränderung. Wählen Sie Ihre Formulierungen auch dementsprechend. Beispiel: Weisste was, das war scheiße. -> Sehr unschön. Etwas schöner: Weisste was, ich habe das so wahrgenommen, als wärst du unaufmerksam/nicht gut vorbereitet/… .
  4. Prüfen Sie, ob Ihr Feedback gewünscht ist. fragen Sie nach, bevor Sie Feedback geben.
  5. Geben Sie Feedback zeitnah. Heute Feedback geben über eine Arbeitsleistung oder ein Fehlverhalten im letzten Sommer bringen nicht wirklich viel.

Regeln für den Empfänger von Feedback:

  1. Nehmen Sie das feedback dankbar an und vermeiden Sie eine Verteidigungshaltung.
  2. Lassen Sie denjenigen, der Ihnen Feedback gibt ausreden. Sie wissen nicht, was er/sie sagen will, bis die Inhalte fertig ausgesprochen sind. Geben Sie ihm/ihr die Zeit, die zum Feedback benötigt wird.
  3. Bedanken Sie sich für das Feedback.
  4. Sie müssen kein Feedback radikal akzeptieren. Wenn Sie den Eindruck haben, dass das Feedback unpassend ist oder für Sie irrelevant ist, dann fürden Sie diesem Eindruck nachgehen. Holen Sie Drittmeinungen ein und gehen mit sich in Klausur. Es kann und darf sein, dass Sie sich danach vom Feedback distanzieren und es nicht annehmen.

In diesem Sinne, gutes Gelingen! 🙂

 

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